Naturkosmetik kaufen: Siegel, INCI und Preise richtig lesen
Naturkosmetik kaufen heißt: Siegel prüfen, Stoffliste lesen, Preise einordnen. Bio-Anteil, Konservierung, Lagerung und Rechtslage.
Die Redaktion
Inhaltsverzeichnis
- Was Naturkosmetik ist und was nicht
- Worauf es beim Naturkosmetik kaufen ankommt
- Für welche Kaufsituationen sich Naturkosmetik eignet
- Welche Produkttypen Naturkosmetik unterscheidet
- Wie Naturkosmetik angewendet und gelagert wird
- Welche Regeln und Siegel in Deutschland gelten
- Welche Fehler beim Naturkosmetik kaufen immer wieder passieren
- Naturkosmetik kaufen: häufige Fragen
- Weiterführende Links
Was Naturkosmetik ist und was nicht
Naturkosmetik kaufen heißt vor allem prüfen: Siegel mit offengelegten Kriterien, Stoffliste statt Freiverbotsfloskel, Preis eingeordnet nach Einsatz.
Naturkosmetik ist ein Marktsegment mit zwei nicht deckungsgleichen Gruppen: zertifizierte Natur- und Biokosmetik sowie naturnahe Kosmetik; 2022 lagen die Marktanteile bei 10,0 Prozent, 8,1 Prozent und 81,9 Prozent (BioHandel, 10. März 2023). Unsere Redaktion prüft jede Meldung anhand von INCI-Listen, Zertifikaten und Herstellerangaben; die Prüfpunkte sind im Wissen dokumentiert.
Naturkosmetik und naturnahe Kosmetik
„Naturnahe Kosmetik“ bezeichnet konventionelle Kosmetik mit erhöhtem Anteil an Bio-, Natur- oder naturnahen Stoffen, und die Grenze zu echter Naturkosmetik verläuft fließend (CVUA Karlsruhe, 28. Mai 2021). Beide Segmente sind kosmetische Mittel und müssen die Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 erfüllen. Der Unterschied entscheidet darüber, ob ein Produkt einer veröffentlichten Kriterienliste unterliegt oder nur einer Werbeaussage.
Was die Siegel prüfen
Zertifizierte Naturkosmetik folgt offengelegten Kriterien für Rohstoffe, Verarbeitung und Konservierung. Der BDIH-Standard untersagt organisch-synthetische Farbstoffe, synthetische Duftstoffe, ethoxilierte Rohstoffe, Silikone sowie Paraffine und andere Erdölprodukte (BDIH-Richtlinie, Abruf 10. Oktober 2026). Natrue und Cosmos veröffentlichen ihre Regeln in englischer, rechtlich verbindlicher Fassung (NATRUE, Abruf 10. Oktober 2026).
Der Bio-Anteil der Stufe Organic
Die Stufe Organic verlangt, dass mindestens 95 Prozent der pflanzlichen oder tierischen Rohstoffe aus biologischer Landwirtschaft stammen (Verbraucherzentrale, Stand 23. Juli 2026). Die Stufe Natural ist davon getrennt und kommt ohne Bio-Quote aus. Der Begriff „Bio“ ist bei Kosmetik anders als bei Lebensmitteln nicht geschützt, deshalb steht „Bio“ auch ohne Bio-Inhalt im Markennamen.
ISO 16128 und der Wasseranteil
Die Norm ISO 16128 erlaubt, den Wasseranteil von etwa 80 Prozent bei Shampoo und Duschgel zu den Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs zu rechnen; ohne diesen Anteil blieben bei einem Shampoo mit der Angabe „95 Prozent natürliche Inhaltsstoffe“ rund 25 Prozent nicht natürliche Bestandteile (Verbraucherzentrale, Stand 4. August 2026). Eine Prozentangabe auf der Packung ist deshalb kein Nachweis für Naturkosmetik.
Vegan, tierversuchsfrei, fair: Zusatzsiegel
Zusatzsiegel beantworten andere Fragen als die Naturkosmetik-Kriterien. Leaping Bunny bestätigt Tierversuchsfreiheit mit einem vom Unternehmen selbst gesetzten Stichtag, die Vegan Society untersagt jeden Inhaltsstoff von lebenden oder toten Tieren, Fairtrade verlangt für Cremes mindestens 5 Prozent und für Duschgele 2 Prozent Inhaltsstoffe aus fairem Handel (Verbraucherzentrale, Stand 23. Juli 2026). Keines dieser Siegel prüft Silikone oder Bio-Anteile.
INCI als Kontrollinstrument
Die INCI-Liste nennt alle Inhaltsstoffe nach Gewichtsanteil in absteigender Reihenfolge (CVUA Karlsruhe, 28. Mai 2021). Je weiter hinten ein Stoff steht, desto weniger davon ist im Produkt enthalten. Anders als bei Lebensmitteln muss bei Kosmetik kein prozentualer Anteil des hervorgehobenen Inhaltsstoffs angegeben werden.
Worauf es beim Naturkosmetik kaufen ankommt
Ein Siegel mit offengelegten Kriterien wie Natrue, BDIH oder Cosmos ersetzt jede Werbeaussage; im Zweifel entscheidet die Stoffliste und nicht die Verpackung (CVUA Karlsruhe, 28. Mai 2021).
| Entscheidungsparameter | Warum wichtig | Empfohlener Bereich | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|
| Zertifizierung | Rohstoffe, Verfahren und Zusatzstoffe werden von Dritten geprüft | Siegel mit öffentlichen Kriterien (Natrue, BDIH, Cosmos) | „Naturkosmetik“-Aufdruck ohne Zertifizierer |
| Bio-Anteil | trennt die Stufe Organic von der Stufe Natural | mindestens 95 Prozent biologische Rohstoffe bei Organic | Bio im Markennamen ohne Bio-Quote |
| Stoffverbot | Silikone, Paraffine und Erdölprodukte sind das häufigste Argument für Naturkosmetik | in zertifizierter Naturkosmetik vollständig verboten | Freiverbotsliste statt vollständiger Stoffliste |
| Konservierung | schützt vor Verderb und bleibt ein zugesetzter Stoff | fünf naturidentische Mittel nach BDIH-Zulassung | „Konserviert mit …“ auf der Packung überlesen |
| Haltbarkeit und Lagerung | bestimmt, ob ein Produkt die Wirkung zum Kauftag noch erreicht | Mindesthaltbarkeitsdatum beachten, kühl und trocken lagern | offene Flasche im warmen Bad |
Die Einzelheiten zu jedem Parameter stehen in den Ratgebern.
Zertifizierung
„Naturkosmetik“ ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt; belastbar sind nur Siegel mit offengelegten Kriterien (Verbraucherzentrale, Stand 4. August 2026). Der BDIH-Standard schließt Rohstoffe aus, die nach dem 31. Dezember 1997 im Tierversuch getestet wurden, und verbietet Tierversuche bei Fertigprodukten (BDIH-Richtlinie, Abruf 10. Oktober 2026).
Bio-Anteil
Für die Stufe Organic verlangen Natrue und Cosmos, dass mindestens 95 Prozent der pflanzlichen oder tierischen Rohstoffe aus biologischer Landwirtschaft stammen (Verbraucherzentrale, Stand 23. Juli 2026). Wird der Herkunftsnachweis verlangt, ist Organic die einzige sinnvolle Stufe; Natural bleibt eine reine Naturstoffquote.
Stoffverbot statt Freiverbot
„Frei von Silikonen“ sagt nichts über PEG, Paraffine oder Emulgatoren aus. Die vollständige Stoffliste zeigt mehr: Inhaltsstoffe stehen nach Gewichtsanteil absteigend, hinten steht, was kaum wirkt (CVUA Karlsruhe, 28. Mai 2021). Zertifizierte Naturkosmetik verbietet Silikone, Paraffine, Erdölprodukte und PEG vollständig (Verbraucherzentrale, Stand 4. August 2026).
Konservierung und Riechstoffe
Der BDIH-Standard lässt Benzoesäure, Salicylsäure, Sorbinsäure, Benzylalkohol und Dehydroacetsäure samt ihren Salzen zu und verlangt dafür den Zusatz „Konserviert mit …“ (BDIH-Richtlinie, Abruf 10. Oktober 2026). Riechstoffe müssen der ISO-Norm 9235 entsprechen. Konservierung und Riechstoffe gehören deshalb in jede eigene Bewertung.
Haltbarkeit und Lagerung
Die meisten kosmetischen Produkte sind ab dem Tag ihrer Herstellung mindestens 30 Monate haltbar; erst bei kürzerer Frist tragen sie ein Mindesthaltbarkeitsdatum mit dem Wortlaut „Mindestens haltbar bis“ oder dem Symbol einer Sanduhr (IKW, Abruf 10. Oktober 2026). Lagerregel des IKW: verschließen, vor Wärme schützen, nicht mit anderen Produkten vermischen (Abruf 10. Oktober 2026).
Für welche Kaufsituationen sich Naturkosmetik eignet
Am häufigsten kaufen Kundinnen Naturkosmetik für Gesicht und Körper: 18 Prozent wählen sie für dekorative Zwecke wie Lippenstift oder Mascara (YouGov für Reformhaus, Februar 2025).
Empfindliche Haut und Duftstoffe
Bedarf: Wer auf Parfum oder Pflanzenauszüge reagiert, braucht eine duftstofffreie Basis. Empfehlung: erste Zutatliste prüfen, den Allergiepass abgleichen, im Zweifel das DAAB-Siegel nehmen. Preisniveau: mittel bis hoch, weil Erklärungsbedarf den Preis trägt (Mirja Eckert, The New, BioHandel, 30. Mai 2025). Hinweis: natürliche Öle sind keine Allergiefreigabe (Verbraucherzentrale, Stand 4. August 2026).
Veganer Anspruch
Bedarf: keine Inhaltsstoffe von Tieren, kein Tierversuch. Empfehlung: Organic-Stufe mit zusätzlichem Siegel der Vegan Society, weil BDIH tierische Erzeugnisse wie Milch oder Honig zulässt. Preisniveau: mittel. Hinweis: Die Vegan Society nennt auf ihrer Website weder Stichtag noch Nachweisform für die Tierversuchsfreiheit (Verbraucherzentrale, Stand 23. Juli 2026).
Natürliches Make-up
Bedarf: dekorative Kosmetik ohne Silikone, Paraffine und Erdölprodukte. Empfehlung: Lippenpflege vor dem Farbprodukt umstellen, weil sie einfacher zu tragen und preislich niedriger ist; als Lichtschutz sind in zertifizierter Naturkosmetik nur Titandioxid oder Zinkoxid erlaubt (Verbraucherzentrale, Stand 4. August 2026). Hinweis: Mirja Eckert von der Agentur The New sagte 2023: „Gerade diese Produktgruppen haben aktuell noch einen sehr geringen Umsatzanteil bei Naturkosmetik“ (BioHandel, 10. März 2023).
Umstieg aus konventioneller Kosmetik
Bedarf: Wechsel der Pflegeroutine ohne Verzicht auf Textur. Empfehlung: eine Kategorie nach der anderen umstellen und die Stoffliste des Vorgängers zum Vergleich heranziehen, so bleibt der Unterschied messbar. Preisniveau: wechselnd, teils mit höheren Preispunkten laut Mirja Eckert (BioHandel, 30. Mai 2025). Hinweis: 40 Prozent der Befragten halten die Wirksamkeit für wissenschaftlich belegt, 36 Prozent glauben nicht daran (YouGov für Reformhaus, Februar 2025).
Einkaufskanal und Sortiment
Bedarf: Beratung und Neuheiten. Empfehlung: Drogeriemärkte führen rund 40 Prozent des deutschen Naturkosmetik-Umsatzes, der Bio-Fachhandel mehr als jeden vierten Euro; dort sank der Umsatzanteil von Naturkosmetik von 5,5 Prozent im Jahr 2009 auf 3 Prozent im Jahr 2024 (Biovista, zitiert in BioHandel am 30. Mai 2025). Preisniveau: im Fachhandel meist höher, im Onlinehandel wächst das Angebot am stärksten (BioHandel, 10. März 2026).
Welche Produkttypen Naturkosmetik unterscheidet
Fünf Typen teilen den deutschen Markt, und sie unterscheiden sich in Rohstoffnachweis und Kontrolle; für alle gilt die Verordnung (EG) Nr. 1223/2009.
| Typ | Vorteile | Nachteile | Für wen | Preisniveau |
|---|---|---|---|---|
| Bio-Naturkosmetik mit Zertifikat (Stufe Organic) | 95 Prozent biologische Rohstoffe, Kontrolle durch Drittzifizierer | kleineres Sortiment, häufig Import | alle mit Anspruch auf Herkunftsnachweis | hoch |
| Naturkosmetik ohne Bio-Anteil (Stufe Natural) | gleiche Stoffverbote wie Organic | Herkunft nicht biologisch belegt | alle, die Silikone und Erdölprodukte ausschließen wollen | mittel bis hoch |
| Naturnahe Kosmetik | höhere Naturstoffquote, breites Sortiment | erlaubt Stoffe, die Zertifikate verbieten | alle, die Natürlichkeit als Teilaspekt sehen | niedrig bis mittel |
| Vegan zertifizierte Kosmetik | klare Tierherkunftsregel, unabhängige Kontrolle | sagt nichts über Silikone oder Bio-Anteil | vegan lebende Menschen und Gäste | mittel |
| Unzertifizierte „Naturkosmetik“ | meist günstig, breite Auswahl | keine überprüfbaren Kriterien | nur mit eigener Stofflistenprüfung | niedrig |
Das Gerüst für den Warenkorb-Vergleich liegt in den Materialien.
Wie Naturkosmetik angewendet und gelagert wird
Haltbarkeit und Lagerung folgen festen Regeln: 30 Monate ohne Mindesthaltbarkeitsdatum, danach kühl, trocken und getrennt aufbewahren (IKW, Abruf 10. Oktober 2026).
- Nach dem Öffnen wieder verschließen und vor Wärme schützen; das Bad ist der wärmste und feuchteste Raum der Wohnung (IKW, Abruf 10. Oktober 2026).
- Produkte nicht miteinander vermischen und nicht in fremde Behälter umfüllen (IKW, Abruf 10. Oktober 2026).
- Die 30-Monats-Frist im Blick behalten: nur Produkte mit kürzerer Haltbarkeit tragen ein Mindesthaltbarkeitsdatum mit Sanduhr (IKW, Abruf 10. Oktober 2026).
- Feste Shampoos und Dusch-Bars enthalten kein oder nur sehr wenig Wasser; nach dem Befeuchten vollständig trocken aufbewahren (IKW, Abruf 10. Oktober 2026).
- Neue Produkte an einer kleinen Stelle testen und den Allergiepass abgleichen, denn natürliche Öle und Pflanzenextrakte lösen ebenfalls Allergien aus (Verbraucherzentrale, Stand 4. August 2026).
- Ab dem 31. Juli 2026 müssen neu in Verkehr gebrachte Produkte mehr als 80 allergieauslösende Stoffe statt bisher 26 deklarieren; die Schwellen liegen bei 10 mg/kg für Leave-on- und 100 mg/kg für Rinse-off-Produkte (Verordnung (EU) 2023/1545, BAV-Institut, 2. April 2026).
- Nagelprodukte auf TPO prüfen: Die Vermarktung von Kosmetika, die Trimethylbenzoyldiphenylphosphinoxid enthalten, ist seit 1. September 2025 verboten (IKW, Abruf 10. Oktober 2026).
Welche Regeln und Siegel in Deutschland gelten
Naturkosmetik folgt demselben Rechtsrahmen wie jedes andere kosmetische Mittel: Kennzeichnung nach Verordnung (EG) Nr. 1223/2009, Werbung nach Verordnung (EU) Nr. 655/2013 (CVUA Karlsruhe, 28. Mai 2021).
Die Werbevorgaben verlangen, dass Aussagen wahrheitstreu, belegbar, redlich und laut sind. Eine verbindliche Definition von „Naturkosmetik“ gibt es weder im EU-Recht noch im nationalen Recht. Bei allen zertifizierten Naturkosmetika sind Rohstoffe auf Mineralölbasis, mit Ausnahme einzelner Konservierungsstoffe, und Bestandteile genetisch veränderter Organismen untersagt (CVUA Karlsruhe, 28. Mai 2021).
Kontrolle ist messbar: 2020 beanstandete das CVUA Karlsruhe 127 kosmetische Mittel wegen irreführender Angaben oder Aufmachung, bei 26 Proben hielten die Sachverständigen die Aussagen zur Natürlichkeit oder Umweltverträglichkeit für irreführend (CVUA Karlsruhe, 28. Mai 2021). Im Tierschutz greift das EU-weite Vermarktungsverbot für im Tierversuch getestete Kosmetika seit dem 11. März 2013 (IKW, Abruf 10. Oktober 2026).
Die Duftstoffkennzeichnung wird derzeit umgestellt: Die Verordnung (EU) 2023/1545 gilt seit dem 16. August 2023, die erste Frist für neue Produkte läuft am 31. Juli 2026, die zweite für alle im Verkehr befindlichen Produkte am 31. Juli 2028 (BAV-Institut, 2. April 2026). Beim Mikroplastik bleibt eine Lücke: Der Kosmetik-Dialog des Bundesumweltministeriums von 2013 bis Mitte 2019 endete mit einer Selbstverpflichtung für abwaschbare Produkte, während Cremes und dekorative Kosmetik wie Lippenstifte ausdrücklich außen vor blieben (BMUKN, Stand 1. Dezember 2025).
Welche Fehler beim Naturkosmetik kaufen immer wieder passieren
Jeder dieser Fehler beginnt mit derselben Verwechslung: 2020 beanstandete das CVUA Karlsruhe 127 kosmetische Mittel wegen irreführender Angaben oder Aufmachung (CVUA Karlsruhe, 28. Mai 2021).
- Grüne Aufmachung mit Siegel verwechseln: Bei 26 Proben hielten die Sachverständigen die Angaben zur Natürlichkeit oder Umweltverträglichkeit für irreführend (CVUA Karlsruhe, 28. Mai 2021).
- Wasser mitzählen: Der Wasseranteil von etwa 80 Prozent zählt nach ISO 16128 zu den Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs (Verbraucherzentrale, Stand 4. August 2026).
- „Bio“ im Namen mit Bio-Qualität verwechseln: Bei Kosmetik ist der Begriff nicht geschützt, anders als bei Lebensmitteln (Verbraucherzentrale, Stand 4. August 2026).
- Freiverbot mit Stoffverbot verwechseln: Ein „frei von Silikon“-Siegel sagt nichts über PEG, Paraffine oder Emulgatoren aus.
- Konservierung überlesen: „Konserviert mit …“ steht auf zertifizierten Produkten, weil Schutzmittel ein Zusatz bleiben (BDIH-Richtlinie, Abruf 10. Oktober 2026).
- Make-up unterschätzen: Nur 18 Prozent der Befragten nutzen Naturkosmetik für Lippenstift oder Mascara (YouGov für Reformhaus, Februar 2025).
- Teuer mit wirksam verwechseln: „Zudem sei Naturkosmetik nicht so preisgetrieben wie Lebensmittel“, sagte Mirja Eckert von der Agentur The New (BioHandel, 10. März 2026).
- Natur mit Verträglichkeit verwechseln: 36 Prozent der Befragten bezweifeln den wissenschaftlichen Nachweis der Wirkung (YouGov für Reformhaus, Februar 2025).
Naturkosmetik kaufen: häufige Fragen
Was unterscheidet Naturkosmetik kaufen von naturnaher Kosmetik? Zertifizierte Naturkosmetik folgt offengelegten Kriterien für Rohstoffe, Verfahren und Zusatzstoffe. Naturnahe Kosmetik bleibt konventionelle Kosmetik mit höherem Anteil an Bio- oder Naturstoffen und trägt keine eigene Zertifizierung (CVUA Karlsruhe, 28. Mai 2021).
Woran erkenne ich zertifizierte Naturkosmetik im Regal? An einem Siegel mit veröffentlichten Kriterien wie Natrue, BDIH oder Cosmos. Grüne Farbe, Pflanzenbilder und die Angabe „95 Prozent natürliche Inhaltsstoffe“ belegen nichts, weil Wasser nach ISO 16128 mitgezählt werden darf (Verbraucherzentrale, Stand 4. August 2026).
Was bedeutet die 95-Prozent-Regel bei Bio-Naturkosmetik? Die Stufen Organic von Natrue und Cosmos verlangen, dass mindestens 95 Prozent der pflanzlichen oder tierischen Rohstoffe aus biologischer Landwirtschaft stammen (Verbraucherzentrale, Stand 23. Juli 2026). Die Stufe Natural ist getrennt und kommt ohne Bio-Quote aus.
Ist Naturkosmetik für Allergikerinnen und Allergiker geeignet? Nur mit Einschränkung. Natürliche ätherische Öle und Pflanzenextrakte können ebenfalls Allergien auslösen, sagt die Verbraucherzentrale (Stand 4. August 2026). Wer seine Auslöser kennt, gleicht die Stoffliste mit dem Allergiepass ab oder wählt duftstofffreie Naturkosmetik mit DAAB-Siegel.
Wie lange ist Naturkosmetik haltbar? Die meisten kosmetischen Produkte sind ab dem Tag ihrer Herstellung mindestens 30 Monate haltbar, schreibt der IKW (Abruf 10. Oktober 2026). Erst bei kürzerer Frist trägt das Produkt ein Mindesthaltbarkeitsdatum mit „Mindestens haltbar bis“ oder Sanduhr.
Gibt es Naturkosmetik für Make-up ohne Silikone? Ja, aber mit Lücken. Zertifizierte Naturkosmetik verzichtet auf Silikone, Paraffine und Erdölprodukte; Lichtschutzfilter wie Titandioxid oder Zinkoxid sind erlaubt (Verbraucherzentrale, Stand 23. Juli 2026). Der Umsatzanteil von dekorativer Kosmetik im Naturkosmetik-Segment bleibt bislang gering (BioHandel, 10. März 2023).
Welchen Anteil hat Naturkosmetik am deutschen Kosmetikmarkt? Knapp 10 Prozent. Der Branchenreport der Agentur The New weist für 2025 einen Umsatzanteil von knapp 10 Prozent am deutschen Beauty-Markt und ein Wachstum von 7 Prozent aus (BioHandel, 10. März 2026).
Wo kaufe ich Naturkosmetik mit guter Beratung? Rund 40 Prozent des deutschen Naturkosmetik-Umsatzes entstehen bei DM, Rossmann und Co., mehr als jeder vierte Euro im Bio-Fachhandel (Mirja Eckert, The New, BioHandel, 30. Mai 2025). Der Onlinehandel ist das stärkste Wachstumsfeld (BioHandel, 10. März 2026).